Artikel

Die Freude von Buße

1. Mai 2026

„Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe gekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium“ (Jesus in Mk 1,15)

 

Viele Menschen verbinden mit dem Aufruf „Tut Buße“ etwas Unangenehmes, eher Bedrückendes. Sie denken an fromme „Bußübungen“, womöglich sogar Selbstkasteiungen und ähnliches.

Dabei ist „Buße tun“ bei Jesus etwas sehr „Helles“, weil es nämlich direkt verbunden ist mit dem „Evangelium“, also der „guten Nachricht“.

Diese gute Nachricht, in deren Zentrum die Person von Jesus Christus steht, besagt nichts anderes, als dass Jesus vor 2000 Jahren aus der Herrlichkeit des Vaters im Himmel in einen menschlichen Körper kam, und als solcher alle Trennung des Menschen von Gott, alle Sünde, alle Gebundenheit, alles Böse, alle Krankheit usw. auf sich geladen hat und stellvertretend für uns alle am Kreuz gestorben ist, damit wir – genauso wie er aus den Toten wieder auferstanden ist – neues, frisches Auferstehungsleben vom Vater empfangen können, d.h. ein auf ewig ungetrenntes Leben von Gott und von seiner Herrlichkeit!

Jesus starb, damit wir Freiheit von der Macht der Sünde, der Krankheit und des Todes schon jetzt und hier und dann in alle Ewigkeit erfahren können.

Wenn das keine gute Nachricht ist!

„Buße“ im Sinne von Jesus bezieht sich immer auf unsere Hinwendung zur guten Nachricht – und damit ist ihr Ergebnis immer Freude!

Das griechische Wort „Buße“ nun heißt „metanoia“, was soviel heißt wie die  Änderung oder das „Herumdrehen“ unseres „Denksinns“, d.h. des Zentrums unseres Denkens, unserer Motivationen, unseres Willens und unserer Beweggründe. Diesen „Denksinn“ sollen wir nach den Worten von Jesus wegwenden von unseren Wegen ohne Gott, d.h. unserem „Unglaubens-Denken“, was die Dinge Gottes angeht, und hinwenden zum Glauben an das, was Gott uns durch Jesus und sein stellvertretendes Erlösungswerk bereits geschenkt hat!

Das Ergebnis davon wird sein, dass das, was Jesus für uns bereits vor 2000 Jahren am Kreuz erkauft hat, tatsächlich Realität in unserem Leben wird – und das ist ganz sicher kein Grund zur Trauer, sondern vielmehr zur Freude!

Einen wichtigen ersten Schritt der „Buße“ gehen wir, indem wir ganz bewusst sagen: „Vater im Himmel, vergib mir, wo ich dir nicht vertraut habe. Ich entscheide mich deiner Liebe zu glauben, die du durch die stellvertretende Hingabe deines Sohnes Jesus ein für alle Mal der ganzen Menschheit bewiesen hast. Ich nehme dich, Jesus als meinen persönlichen Herrn und Erlöser an und lade dich ein, in mein Herz zu kommen und dort zu leben und mich zu führen und zu leiten von heute an!“.

In Johannes 1,12 heißt es: Wer immer Jesus aufnimmt, dem gibt er das Recht, ein Kind Gottes zu werden.

Wenn du also dieses Gebet gebetet hast, dann macht Gott dich in dem Moment durch seinen Geist zu seinem Kind – angenommen und genauso geliebt wie Jesus (siehe Johannes 17,23)!

Und die Bibel sagt auch, dass im Himmel große Freude ist schon über einen einzigen Menschen, der diesen Schritt der „Buße“ mit ganzem Herzen geht (siehe Lk 15,7!). Und so wirst auch du erleben, wie Freude in deinem Herzen einzieht, wenn du Jesus die Tür öffnest, dein Leben ohne ihn hinter dir lässt und dich ihm zuwendest. Das ist die Freude von Buße!

Diese Freude von Buße soll jedoch nicht nur ein einmaliges Erlebnis für uns sein, sondern sie soll unser ganzes Leben als Christen immer begleiten.

Martin Luthers erste These an der Wittenberger Schlosskirche lautete folgendermaßen: Als unser Herr und Meister Jesus Christus sprach: ‚Tut Buße‘, wollte er, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sei.

Wenn wir Jesus als unseren Erlöser aufnehmen in unserem Leben, dann werden wir zu einem Kind Gottes – das bedeutet Freude im Himmel und in deinem Herzen!

Und das ist tatsächlich das, was das obige Wort von Jesus aussagt: „Tut Buße!“ kann von der griechischen Verbform her auch wiedergegeben werden mit: Lebt in einer fortwährenden Haltung der Buße.

D.h. dauerhafte Freude und Herrlichkeit Gottes in unserem Leben werden wir nur dann wirklich erleben, wenn wir möglichst jeden Tag wieder neu diesen Schritt der Herzensumkehr gehen: Weg von unseren eigenen Wegen, unserem Eigendenken, unserem Handeln aus eigener Kraft, fern von Gott – und hin zu Jesus und dem, was er bereits für uns getan hat.

Weg von unserem Vertrauen auf unsere eigene Kraft und hinein in die Gemeinschaft mit ihm!

Ja, Buße bedeutet auch, Gott konkrete Fehler und Sünden zu bekennen, im Vertrauen auf 1.Johannes 1,9: Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit. 

Dabei heißt Buße im Kern aber nicht, einfach nur versuchen, bestimmte Dinge nicht (mehr) zu tun. Sondern vielmehr, unsere Schwächen, Fehler und Sünden Jesus zu bringen, in die Gemeinschaft mit ihm zu kommen, und seinem Werk der Erlösung (also dem Evangelium!) zu vertrauen, dass es uns reinigt von allem, was uns noch an falschen Gewohnheiten, Motiven, Gedanken und Empfindungen anhaftet. Wir halten ihm unser Herz hin – und Er macht es!

D.h. das Herz von Buße ist die immer neue, entschiedene Hinwendung im Glauben zu Jesus! Von ihm erwarten wir alle unsere Hilfe, alle unsere Veränderung, Wiederherstellung, Errettung, Erneuerung, Heilung und Versorgung, von niemand anders!

Buße ist keine einmalige Sache, sondern soll uns unser Leben fortwährend begleiten- so wird unsere Freude täglich erneuert!

Buße führt also nicht in einen Zustand der Traurigkeit, der Bedrückung und der Selbstverdammnis hinein, sondern in immer tiefere Gemeinschaft mit Gott und damit in Freude und Erfüllung – auch wenn das Empfinden von Reue über bestimmte Sünden uns auf dem Weg der Buße immer wieder begleitet. Aber dieses Empfinden ist nie das Ende (und auch nicht der Gradmesser für die Tiefe unserer Buße), sondern das Ende ist immer das Erleben umso größerer Herrlichkeit: Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Bedrängnis bewirkt uns ein über die Maßen überreiches, ewiges Gewicht von Herrlichkeit…(2.Korinther 4,17).  Diese größere Herrlichkeit kommt immer wieder in unser Leben durch unsere Entschiedenheit, uns immer wieder neu Gott zuzuwenden.

Wahrer „Gradmesser“ für unsere Buße ist also nicht das Gefühl der Reue, sondern unsere Entschiedenheit, mit der wir unseren „Denksinn“ abwenden von den Ablenkungen dieser Welt und von uns selbst, und ihn stattdessen hinwenden zu Gott. D.h. die Entschiedenheit, mit der wir in die Gemeinschaft mit Gott durch Jesus streben und auf dem Weg alles, was uns in unseren Herzen noch von Gott abhält, hinter uns lassen bzw. vor Gott „bereinigen“.

Dabei wird es das Ergebnis unseres Lebensstils der Buße sein, dass unser Leben immer mehr von seiner Herrlichkeit und Liebe wiedergibt!

Das Ergebnis eines Lebensstils der Buße wird sein, dass wir von Herrlichkeit zu noch größerer Herrlichkeit, also größerer Erfüllung in Gott, vorangehen!

Wenn nun immer mehr Menschen die Freude und das ungeheure Vorrecht von Buße, das Jesus uns eröffnet hat, erkennen, dann wird schließlich unsere ganze Gesellschaft immer mehr von der Herrlichkeit und Liebe von Jesus und unseres Vaters im Himmel durchdrungen – und ich glaube, das ist genau das, was wir gerade jetzt so dringend brauchen!

Lasst uns uns also entscheiden für einen kontinuierlichen Lebensstil in der Freude und Herrlichkeit von Buße – täglicher Abwendung von den Ablenkungen dieser Welt und dem Stolz und der Verhärtung unseres Herzens in Bezug auf Gottes Liebe, und zugleich täglicher Hinwendung zu Jesus, seinem Blut der Vergebung und seinem Geist der Erneuerung in der Liebe und in der Substanz seiner Herrlichkeit.

So leben wir alle als echte Söhne Gottes, die jeden Tag einen Schritt weiter gehen von Herrlichkeit zu noch größerer Herrlichkeit (2.Kor 3,18)!

In diesem Sinne
Dein Georg