Am vorigen Sonntag war das Thema der Predigt, dass Gott immer tiefer mit uns geht, so dass die Motive unseres Handelns ans Licht kommen und wir dadurch in größere Freiheit kommen sollen.
Nur wenige Stunden danach bekam ich höllische Zahnschmerzen und allein schon die Berührung mit der Zunge war unerträglich. Am Montag ging ich gleich zum Zahnarzt und die Röntgenaufnahme hat bestätigt, dass der Zahn hochgradig entzündet ist. Wir kamen beide überein, dass es am besten ist, den Zahn zu ziehen, da er sich bereits gelockert hat, und ich bekam gleich eine Spritze zur Betäubung. Nach einer Viertelstunde musste nochmals gespritzt werden, weil die Betäubung nicht gewirkt hat. Nach einer weiteren Viertelstunde genau dasselbe.
Nachdem bereits eine Stunde vergangen war und diese Tortur zum vierten Mal vergeblich wiederholt wurde, sagte der Zahnarzt dass er mir ein starkes Antibiotikum verordnet und ich nach zwei Tagen wiederkommen soll und der Zahn erst danach gezogen werden könne. Worauf er von mir keine Zustimmung bekam und ich sofort abblockte, da ich vor ca. 30 Jahren den Entschluss fasste, nie wieder Antibiotika zu nehmen, weil damals nach einer Behandlung mit Antibiotikum mein Darm beschädigt wurde und ich fast zwei Jahre lang massive Probleme hatte und diese eine strenge Diät notwendig machten.
Dann hörte ich Gottes Stimme und er machte mir bewusst, dass ich durch meine Festlegung von damals, verhindern würde, dass ER handeln kann, wobei ich IHN vor dem Zahnarztbesuch gebeten hätte, den Zahnarzt mit seiner Weisheit zu führen.
Der Heilige Geist hatte mich überführt und noch auf dem Behandlungsstuhl tat ich innerlich Buße und bat Gott um Vergebung wegen meines Misstrauens ihm gegenüber.
Danach sagte ich zu meinem Zahnarzt, dass ich es mir anders überlegt habe und damit einverstanden bin, Antibiotika zu nehmen.
Noch am selben Tag habe ich mit der Einnahme der Tabletten begonnen. Sie hatten keinerlei Nebenwirkungen und ihre Wirkung setzte gleich darauf ein. Am übernächsten Tag war der Zahn wieder völlig in Ordnung und musste nicht gezogen werden.
Die Motive meines Handelns kommen immer wieder mal ans Tageslicht, wenn ich keine Kontrolle über Umstände habe, die auf mich bedrohlich wirken. Meine Seele hat sich im Laufe meines Lebens Überlebensstrategien angeeignet, um nicht mit dem Schmerz konfrontiert zu werden, die sie in der Kindheit durch eine traumatische Erfahrung gemacht hat. Diese Strategien sind Kontrolle und Sicherheit. Die Motive dahinter sind nicht nur Sünde, weil die Wurzel dessen Misstrauen gegenüber Gott ist, dass er es gut mit mir meint, sondern sie halten mich auch gefangen und gebunden. Jesus aber will, dass wir in Freiheit leben.
